Watchman-Device Watchman-Okkluder

Amplatzer Amulet Amplatzer-Amulet

Antikoagulation bei Vorhofflimmern – lebenslänglich?


Der interventionelle Vorhofohrverschluss


Zwischen 800.000 und 1.000.000 Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern-es ist die häufigste Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter. Mit dem Alter steigt die Häufigkeit zudem deutlich an, was die Bedeutung dieser Rhythmusstörung im Rahmen der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung zukünftig weiter steigen lassen wird.

Die Hauptgefahr bei dieser Art von Rhythmusstörung liegt in der Bildung von Gerinnseln im Herzen, die dann mit dem Herzschlag in den Körperkreislauf verschleppt werden und überall im Körper Gefäße (Arterien) „verstopfen“ können. Hierdurch können unter anderem Schlaganfälle oder Herzinfarkte verursacht werden. Ca. 20% aller Schlaganfälle entstehen auf diese Weise. Um dies zu verhindern, werden Blutverdünner wie Marcumar oder neuere Blutverdünner (z.B. Xarelto, Pradaxa oder Eliquis) verschrieben, wodurch Schlaganfälle in etwa 70% verhindert werden können. Viele Patienten können diese Medikamente aber nicht einnehmen, weil sie sie nicht vertragen, bereits Blutungen aufgetreten sind oder andere Krankheiten vorliegen, die die Einnahme nicht zulassen.

Da sich mindestens 90% dieser Gerinnsel im Herzvorhofohr bilden, bietet sich in dieser schwierigen Situation für die Patienten ein interventioneller Vorhofohrverschluß als Alternative zur dauerhaften Blutverdünnung an.

Die Verschlusssyteme werden hierbei schonend ohne Operation über Kathetertechniken eingesetzt. Derzeit werden in Europa insbesondere zwei Verschlusssysteme für diesen Zweck verwendet: das Watchman-System (Boston Scientific) und das Amplatzer- Amulet-System (St. Jude Medical) (s. Abbildungen)

Zwei randomisierte prospektive Studien belegen den Nutzen dieser Therapieform (PROTECT-AF Studie und PREVAIL Studie):

Die Ergebnisse dieser Studien belegen, dass

  • der Vorhofohrverschluss genauso effektiv wie die Blutverdünnung (Marcumar oder Warfarin) in der Verhütung von Schlaganfällen ist

  • im Langzeitverlauf (über 5 Jahre) eine Minderung der Sterblichkeit zugunsten des Vorhofohr- Verschlusses im Vergleich zur Blutverdünnung (Marcumar oder Warfarin) zu sehen ist

Hier ein Beispiel aus der täglichen Praxis:


Herr K., ein 84 jähriger Patient stellte sich in der Praxis vor. Er hatte schon lange Vorhofflimmern und bislang Marcumar als Blutverdünnung eingenommen.

Wegen mehrfach schweren Magenblutungen musste er Marcumar aber absetzen. Nach Absetzen der Blutverdünnung erlitt er einen Schlaganfall, der glücklicherweise- bis auf eine leichte Gedächtnisstörung- keinen schweren Schaden hinterließ. Da eine Blutverdünnung nicht mehr in Frage kam, entschied er sich nach einem ausführlichen Gespräch für den Einsatz eines Vorhofohrverschlusssystems.

Zunächst wurde dann eine Schluckechokardiographie bei ihm durchgeführt, um zu sehen, ob das Vorhofohr für einen Verschluss geeignet ist und das Vorhofohr wurde mit 3-D Technik sorgfältig vermessen (Bild A). Im Anschluss wurde der Kathetertermin festgelegt.
Im Katheterlabor wurde das Vorhofohr dann nochmals- auch unter Durchleuchtung- vermessen (Bild B) und entsprechend eine passende Größe des Verschlusssystems gewählt (Bild C ). In Bild C wird ebenfalls gezeigt, wie die korrekte Position des Verschlusssystems mit verschiedenen Bildgebungsmodalitäten überprüft wird.

Herr K. ist heute sehr zufrieden- er muss heute nur noch Aspirin 100mg einnehmen und hatte seit dem Verschluss keine Blutungen mehr und auch sonst keine Probleme.



Vermessungen des Vorhofohres in 2- und 3-dimensionaler Technik Bild A: Vermessung des Vorhofohres in 2- und 3- dimensionaler Technik

Bild B: Vermessungen des Vorhofohres in der Durchleuchtung

Bild C: Das gewählte Verschlusssystem is ganz links im Bild zu sehen (in diesm Fall ein Amplatzer Cardiac Plug). Die Überprüfung der korrekten Positionierung des Verschlusssystems ist mit verschiedenen Bildgebungsmodalitäten in den weiteren Abbildungen dargestellt.


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